Gestern Nachmittag fand in der KHG eine überaus gut besuchte Veranstaltung zur Zukunft unserer KU statt. In den total überfüllten Raum drängten sich, neben Studierende, Mitarbeitern, Professoren und dem ein oder anderen Emeriti neben den Moderatoren Franz Geitner und Jessica Weppler die vier Gäste des Podiums Prof. Fisch und Prof. Melville (komm. Hochschulltg.), Dr. Lutter (Senat) und Prof. Dicke (Dekan SLF). Die Veranstaltung war in Folge der Ereignisse seit April bitter nötig und hat dann auch dann auch ein offenes Gespräch unter den im Raum Versammelten ergeben.
Das erste Mal seit all den Ablehnungen und Rücktritten kann man an unserer KU wieder mit einem positiven Eindruck in die Zukunft blicken. Mit den Herren Fisch und Melville scheinen genau die richtigen Personen gefunden zu sein, die das Interregnum ausfüllen dürfen. Vor allem die ernsthaften Versuche, mit allen Universitätsmitgliedern, aus allen Ebenen, ins Gespräch zu kommen, sind eine angenehme Abwechslung und sorgen für Vertrauen. Vertrauen haben die Beiden eingefordert und man sollte es ihnen schenken. Wer eine Anregung hat, kann diese, so konnte man sie gestern verstehen, damit ansprechen.
Trotzdem ist die Universität natürlich noch nicht über den Berg und von daher war es auch Herr Prof. Dicke, der einem Großteil der Anwesenden aus der Seele sprach, als er seine Bedenken recht offen äußerte. Dass ein Emeriti deswegen gleich zur Keule der "Profilierungssucht" greift, war völlig deplaziert und zeugte von mangelnden Kenntnis des Ruheständlers von der Stimmungslage an der Universität.
Dennoch muss man attestieren, und das ist auch mein ganz persönlicher Eindruck, dass die neue Interimsleitung auf einem guten Weg ist und auch Senat und Hochschulrat durch erhöhtes Hineintragen ihrer Überlegungen in die Ebenen der Universität, alle miteinbeziehen wollen. Das sollte dann auch mittelfristig dazu führen, dass die zum Teil völlig überzogene Kritik an der KU wieder relativiert und auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt wird. Diese Mischung aus überzogenen bis hin zu verdrehten Tatsachen und einer latenten, subkutanen Kirchenfeindlichkeit war der Hauptgrund, dass einem Großteil derjenigen von Außerhalb, die unsere KU kennen, diese eher mit zweifelhaften Attributen in Verbindung bringen.
Auch wenn vielleicht nicht bei jedem so etwas wie eine Aufbruchstimmung entstanden ist, so hat die gestrige Veranstaltung doch viele der Bedenken zunächst mal entkräften können. Werden die angekündigten Schritte, v.a. die Offenheit, auch in der Folgezeit so praktiziert, dann wird man wohl in den nächsten Wochen wirklich von einer Aufbruchstimmung sprechen können. Aus dem Tal sind war aber erst mal heraus.
Kommentare
Der oben genannte Emeritus
Der oben genannte Emeritus (Singular!) sprach nicht von "Profilierungssucht", sondern im Gegenteil von "Profilneurose". Aufgepasst! Das gibt der Sache gleich einen ganz anderen Anstrich ...
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